Thomas Cook-Insolvenz: Informationsdefizite bei den Reisenden

VFSW.at – 24.09.2019 | Die Insolvenz des Veranstalters Thomas Cook, von der Medienberichten zufolge über eine halbe Million Reisende betroffen sein sollen, hat die Insolvenzabsicherung von Pauschalreisen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Wie schon die Pauschalreiserichtlinie 1990 verpflichtet auch die neue Pauschalreiserichtlinie die Mitgliedstaaten, eine Insolvenzabsicherung der in ihrem Hoheitsgebiet niedergelassenen Reiseveranstalter sicherzustellen, welche die Sicherung aller geleisteten Zahlungen sowie die Rückbeförderung umfassen und alle nach vernünftigem Ermessen vorhersehbaren Kosten abdecken muss. In Österreich wurde der insolvenzrechtliche Teil der Richtlinie in der sog. Pauschalreiseverordnung (PRV) umgesetzt, welche die frühere Reisebürosicherungsverordnung (RSV) ersetzt hat.

Anders als die RSV muss nach der PRV jedoch nicht mehr bereits in Reiseprospekten bzw »detaillierte Werbeunterlagen« über die Details der Insolvenzabsicherung informiert werden. Konkrete Informationen über die Insolvenzabsicherung des Reiseveranstalters und deren Auffindbarkeit im Gewerbeinformationssystem (GISA) sind nun vielmehr erst für die Buchungsbestätigung verpflichtend vorgesehen. Die vor Abgabe der Vertragserklärung des Reisenden auszuhändigenden Standardinformationsblätter enthalten lediglich allgemeine Angaben zum Insolvenzschutz.

Der VFSW sieht darin ein klares Informationsdefizit. Der Umstand, dass Pauschalreisen – anders als etwa reine Flugbuchungen – auch im Insolvenzfalls stets sehr umfassend abgesichert sind, sollte nach Auffassung des VFSW im Interesse der Branche auch offensiv kommuniziert werden. Der VFSW empfiehlt daher, nicht nur im Interesse der Kunden nach wie vor auch in Prospekten und anderen detaillierten Werbemitteln weiterhin Informationen zur Insolvenzabsicherung, den verantwortlichen Versicherer oder Garanten, den Abwickler sowie die Anspruchsanmeldung zu geben, wie dies einige Mitglieder des VFSW auch jetzt schon tun.

Der VFSW wird sich dafür einsetzen, dass sich eine möglichst frühzeitige Information der Kunden wieder allgemein in der Branche durchsetzt und damit einer Verunsicherung von Reisenden, wie sie mit großen Insolvenzfällen einhergeht, aktiv entgegengewirkt wird.